Wie alles begann

Wie und wann kam ich zu dem Hobby Imkerei ?

Die Faszination Honigbiene und deren Lebensweise interessierten mich schon sehr früh. Ich hatte durch einen Kollegen meinen ersten Kontakt mit den Bienen im Jahre 2005. Der erste Kontakt war ein sehr schmerzhafter Kontakt.
Nach einem Stich in die Unterlippe war mir klar, dieses Hobby muss ich ausüben …. Nein im Ernst. Dieser Stich schreckte mich zunächst etwas zurück und ich konnte mich nicht direkt dazu durchringen (oder habe mich nicht getraut )
mit der Imkerei zu beginnen. Also verstrich noch einige Zeit, welche ich aber nutzte um mich theoretisch mit dem Bienenstaat und den Bienen auseinander zu setzten.
Im Winter 2015 wurde ich dann zufällig Zuhörer bei einem Gespräch zweier Imker, bei dem es darum ging, dass einer dieser Imker, von dem ich gar nicht wusste dass er Imker ist, seinen Bestand an Bienenvölkern
reduzieren wolle.
Ich erwähnte in einem Nebensatz , dass mich das Thema Imkerei sehr interessiert und ich auch mal , irgendwann , damit anfangen wolle.
Daraufhin bot mir der Imker zwei seiner Wirtschaftsvölker für das kommende Frühjahr an.
Also ging es dann doch schneller los als ich gedacht hatte.
Ich machte mich mit den verschiedenen Rähmchenmaßen, Beutenarten(Bienenwohnung) sowie dem nötigen Imkerwerkzeug vertraut.
Schnell war alles besorgt und ich fing an meine Ausrüstung für den Einzug der Völker vorzubereiten.
Im April 2016 war es dann endlich soweit, ich konnte meine beiden ersten Bienenvölker entgegen nehmen.

Jetzt ging es also los und ich musste schnell feststellen , dass alle Theorie eben halt nur Theorie ist. So entschloss ich mich kurzer Hand eine Kurs bei der Badischen Imkerschule
zu besuchen , um mir die Grundlegenden Handgriffe anzueignen.

Im weiteren Verlauf des Jahres hielten mich die Damen ganz schön auf Trapp. So musste ich doch mit dem Schwarmtrieb der Völker kämpfen und konnte letzten Endes nur eines
der beiden Völker dazu überreden, den Bienenstock doch bitte nicht zu verlassen. Nun gut ein Volk war geschwärmt und ich habe es nicht mitbekommen, aber nicht schlimm, so reduzierte
sich halt eben mal so die Bienenmasse um ca. 50% 🙁

Trotzdem konnte ich im Mai dann doch ca. 40kg Honig aus den beiden Völkern ernten … juhu meine erster eigener Honig.

Im weitern Jahresverlauf machte ich dann noch Volksvermehrung durch Ablegerbildung. Auch das hat sehr gut geklappt.
Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass bei zu starker Schröpfung der Völker zur Ablegerbildung nicht mehr genügend Bienen
zum Honigeintrag zur Verfügung stehen. Blöd – theoretisch wusste ich das 🙂
Dem entsprechend konnte ich im Erntemonat August keinen Honig ernten. Tja aus Fehlern lernt man.

Dann ging es an das erste Einfüttern für den Winter. Wie jetzt schon … im August ? Na klar im August , wenn man sich überlegt ,dass man im normalen Fall
im August , je nach Tracht, ca 20 kg Futter von einem Volk erntet, ist ja auch klar dass die Bienen angesichts der mittlerweile nachlassenden Tracht
überhaupt nicht die Chance habe noch so viel Futter einzutragen, wie für die Überwinterung benötigt wird.

Also los gehts, Futter kaufen und einfüttern. So weit so gut , aber da taucht bereits die nächste Frage auf. Wieviel muss ich denn nun einfüttern ??
Hmmm … also Buch raus, die Freunde von Google bemüht. Ergebnis …. sehr wiedersprüchliche Aussagen. Also noch ein par YoutubeVideos reingezogen
und dann halt nach bestem Wissen und Gewissen füttern. Also Futterzargen drauf und rein das babbiche Zeug.

So die ersten kalten Tage kamen und ich stand rat und tatlos vor den Bienenkisten und einige Fragen flatterten mir durch den Kopf.
“reicht das Futter ?” ,”Habe ich richtig behandelt” , ” Wann muss das Maüsegitter rein ?”
Naja egal, wird schon alles passen …

Weihnachten naht, Oxalsäurebehandlung naht. Also Volk auf und Oxalsäurebehandlung durchführen.Alles soweit OK, aber was ist das ??
Sch… ungebetener Gast in der Bienenkiste … eine Maus hat sich eingenistet und labt sich an dem süßen Futter und den Bienen … grrrrr.
Was war passiert , naja ganz einfach. Der Imker hat vergessen, versäumt, verbummelt das Mäusegitter anzubringen.
Leider war das nicht nur bei einem Volk , sondern 2 meiner Völker hatten diese ungebetenen Gäste. Und leider war wohl die Maus solange in der Kiste,
dass diese richtig Schaden anrichten konnten. So verlor ich noch vor Weihnachten zwei meiner Völker … SCH….
Naja, abhaken und lernen durch Schmerz.

Im Januar dann erste Futterkontrolle. Was soll ich sagen …. Durch Unwissenheit oder Geiz 🙂 Zwei weitere Völker verhungert.
Frust machte sich breit. Naja Mund abputzen und weiter. Die restlichen 3 Völker waren wohl auf und sahen gut aus.

Anfang März stand dann die erste Durchsicht nach ein par warmen Tagen an. Also los gehts
Da die Völker zweizargig überwintert wurden habe ich mir überlegt gleich einen “Zargentausch” mit durchzuführen.
Gesagt , getan. Bei allen drei Völkern konnte ich die König sehen und die Bienen hatten bereits ein beachtliches Brutnest angelegt.
Aber aufgepasst, Brut heißt aber auch erhöhter Futterbedarf für die Pflege der Brut, also Futterkontrolle. Auch hier stellte sich dann doch
ein beruhigendes Gefühl ein, da bei allen Völkern der Futtervorrat bis zur ersten Tracht ausreichen sollte.

Also mit starkem Elan und viel Erfahrung vom ersten Jahr – durch Fehler lernt man – in das zweite Bienenjahr